Aussprachestörungen unter phonologischen Aspekten

1 Einleitung

Im Folgenden soll der Begriff „Aussprachestörung“ (Weinrich & Zehner 2011, 2-3) ver­wendet werden. Er umfasst sowohl die Lautbildungsstörung, bei denen die Artikula­tionsmotorik beeinträchtigt ist (phonetische Störung) als auch Lautverwendungs­störungen, bei denen der Laut zwar isoliert gebildet werden kann, das Kind aber Schwierigkeiten hat, die phonologischen Regeln richtig anzuwenden (phonologi­sche Störung).
Während es sich bei der phonetischen Störung um eine Störung des Sprechens handelt, ist die phonologische Störung eine Störung der Sprache.
Ähnliche Begriffe sind Dyslalie, phonetisch-phonologische Störung und Artikula­tiongstörung.

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Entwicklungsproximaler Ansatz nach Dannenbauer

Zum Entwicklungsproximalen Ansatz

  • 1983 von Dannenbauer entwickelt
  • Intervention zur Förderung dysgrammatisch sprechender Kinder
  • Menschenbild:
  1. auch dysgrammatisch sprechende Kinder sind aktive Lerner
  2. sie müssen sich das System der Muttersprache unter den erschwerten Bedingungen aneignen einer eingeschränkten Verarbeitungskapazität aneignen
  3. Sprachlernprozesse sind die gleichen, die auch normalspracherwerbende Kinder durchlaufen
  4. Regeln der Sprache müssen erschlossen und verinnerlicht werden
  5. „Die entwicklungsproximale Sprachtherapie sucht nicht nach einem grundsätzlich anderem Weg für jene Kinder, die Schwierigkeiten haben, die alters- und umweltangemessenen Sprachstandards zu erreichen.“
  6. inhaltlich und methodisch enge Orientierung „an den Bedingungen, Prozessen und Phasen des natürlichen und normalen Spracherwerbs“.
  7. Einflußfaktoren, deren Relevanz von der Sprachentwicklungsforschung nachgewiesen werden konnten, werden im Rahmen der Therapie bewußt manipuliert und optimiert führt zu: trotz eingeschränkten Ressourcen ein effektives Sprachlernen ermöglichen.

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Aufmerksamkeit und Sprache

Aufmerksamkeitsprozesse werden häufig auch als „zentrale Exekutive“ bezeichnet. Diese bildet gemeinsam mit Kurzzeitgedächtnisprozessen das sogenannte Arbeitsgedächtnis.

Ritterfeld unterscheidet drei Möglichkeiten für die Steuerung von auditiver Aufmerksamkeit:

  1. Willkürliche Aufmerksamkeitsprozesse werden durch motivationale Aspekte wie Erwartungen, Interessen und Intentionen gesteuert. Theoretisch ist diese Dimension aus der motivationstheoretischen Perspektive zu erfassen. Die dazugehörige Modellmetapher ist der Scheinwerfer.
  2. Die unwillkürliche Aufmerksamkeit wird durch physikalische Aspekte wie die Beschaffenheit der Sprachdaten (z. B. prosodische Markierung, Neuartigkeit) gesteuert. Die hier greifende theoretische Perspektive ist eine informationsverarbeitungstheoretische. Die dazugehörige Modellmetapher ist die der Ressource.
  3. Auf der dyadischen Ebene wirkt die „joint attention“, die gemeinsame Aufmerksamkeit mit dem Interaktionspartner. Auch hier ist die dazugehörige Modellmetapher der Scheinwerfer und die relevante Bezugstheorie die Interaktionstheorie.

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Begriffsbestimmungen: Wort, mentales Lexikon, semantisch-lexikalische Störungen

„Semantische Störungen“ (Grohnfeldt 1991a, 1997),“Sprachentwicklungsstörungen auf der semantischen Ebene“ (Füssenich 1999), „lexikalische Störungen“ (Braun 2002), „semantisch-lexikalische Störungen“ (Vogt 2003), „lexikalische Erwerbsstörungen (Rothweiler 2001, Braun 2002), „Wortschatzdefizite“, „semantische Defizite“, „Wortbildungsmängel“, „Wortbildungsfehler“, „Wortfindungsstörungen“, „Wortabrufstörungen“, „Wortschatzarmut“ (Giseke/ Harbrucker 1991).

Die Vielfalt der Begriffe für den semantisch-lexikalischen Erwerb und seiner Störungen hängt damit zusammen, dass dieser Gegenstand von verschiedenen Perspektiven her betrachtet werden kann.

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Grundlagen: Semantisch-lexikalische Störungen

Grundlegende Theorien

Kognitiv entwicklungspsychologische Theorien und Merkmalstheorien

Kognitionstheoretische Theorien

  • Ursprüngliche Merkmalstheorie
  • Clark 1973: Semantische Merkmalshypothese
  • Nelson 1974: Funktionale Kernhypothese
  • Stern und Stern 1928: Bedeutungswandel
  • Bowerman / Rosch 1973 und 1977: Prototypentheorien
  • Clark 1983: Lexikalische Kontrasttheorie
  • Szaguns Begriffsorientiertes Bedeutungsmodell (kognitionspsychologische Perspektive)

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